Percebes – Die Entenmuscheln aus Galicien













Eine hässliche Delikatesse


Als wir das erste mal über einen Fischmarkt in der Nähe von Barcelona schlenderten, sahen wir etwas Seltsames in einer Kiste mit Eis liegen. Es waren Entenmuscheln, was sich nach einer Internet-Recherche raus stellte.

Aber am interessantesten fand ich, dass die Muschel, die im Nordwesten von Spaniens Steilküsten Galiziens abgeerntet wird, gar keine Muschel ist, sondern ein Krebs, Percebes genannt.

Dort, wo die See die härtesten Wellen an die Klippen prallen lässt, finden die todesmutigen Fischer mit ihren vom Meer gezeichneten Gesichtern in ihren kleinen Booten diese seltenen Krebse.

Oft arbeiten die Fischer zu zweit, der eine schabt mit einem speziellen Spachtel (Ferrara) die Krebse ab und der zweite Mann sichert den ersten mit einem Seil ab, wobei er das Meer und die heran rollenden Brecher im Auge behält um den Kollegen zu warnen.

An vielen Stellen in der Nähe der Abbaugebiete erinnern weiße Holzkreuze an Fischer, die bei der gefährlichen Arbeit ums Leben gekommen sind.

Nun kann man sich vorstellen, warum die Percebes eine der teuersten Meeresfrüchtespezialitäten ganz Spaniens sind.








Der größte Fischmarkt der Welt ist in Tokio, doch auch Paris und Madrid gehören zu den größten Fischmärkten, ohne direkt am Meer zu liegen. An der Küste sind natürlich auch die Fischmärkte in und um Barcelona sehr groß und bekannt. Probleme haben die meisten Besucher dieser Märkte nur mit den Namen der Fische und Krustentiere, da man sie in vielen Städten Europas nicht findet und daher auch nicht kennt.

Im Stadt bekannten Restaurant Botafumeiro in Barcelona kennt man fast alle aus dem spanischen Meer stammenden Genussmittel, sowie Steingarnelen, Kaisergranat, Langusten, Hummer, Austern und jede Menge der delikaten Jakobsmuscheln. Aber auch Wolfsbarsch in der Salzkruste oder Seeteufel in Weißwein, Steinbeisser mit Pilzen sind hier was ganz besonderes. Wenn man sich dort mit Freunden trifft und etwas ganz besonderes als Vorspeise wünscht, dann bestellt der Gast eine Platte der teuersten Krebse Spaniens. Die dann gut und gerne zwischen 200 und 300 Euro pro Kilo kosten können. Da die Percebes sehr kostbar und selten sind, sollten Sie diese im Restaurant vorbestellen.

Anders sieht es bei den Fischern aus, die müssen immer noch nach dem Motto leben: die Percebes für die Reichen, Sardinen für die Armen. Die Krebstierchen sind ja bestimmt was besonderes, aber wenn man mir die Wahl stellen würde, Percebes zu speisen, oder mit den Fischern am Holzkohlegrill Sardinen zu grillen und diese mit einem leckeren Wein zu genießen, ich würde die Sardinen vorziehen.

Empfehlen möchte ich aber auf jedem Fall das Restaurant:

Botafumeiro
Gran de Gràcia, 81
Barcelona
Tel.: (0034) 93 218 42 30

Es ist zwar ein Restaurant, wo man wegen der Preise nicht jeden Tag hingehen kann, aber ab und zu ein Muss für jeden Feinschmecker.

Kommentare

Dacio hat gesagt…
Hm, das nächste Mal in Spanien muss ich die unbedingt probieren!

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