Eixample - vom Plan zur Umsetzung

Eixample - die Erweiterung und was davon übrigblieb (Teil 2)


Die Erweiterung umfasste eine Fläche von 16 km², die Straßen sollten jeweils 20 Meter breit sein. An den Kreuzungen sollten sich die Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und gesellschaftlicher Klasse, treffen und verabreden - “für mehr Brüderlichkeit unter den Menschen” Ildefons Cerdás Worten nach.

Soziale Ungleichheit sollte durch sein Rastermuster mit zwei Diagonalen abgemildert werden (von den zwei ursprünglich geplanten Diagonalen wurde nur die Avenida Diagonal umgesetzt). Von seinen Grundgedanken blieb später nur noch die verkehrsfreundliche Infrastruktur. Angedachte Schulen, Marktplätze usw. wurden zweckentfremdet für Wohneinheiten genutzt.
Cerdá sah weit in die Zukunft, dachte an verschiedene Straßenbeläge für Reiter, Passanten und Droschken. Er sah Verkehrsinseln mit verschiedenen Verkaufsständen, Straßentheater an öffentlichen Plätzen und Wasserpumpen vor. Auch an erste Hilfe-Stationen und eine preisgünstige Beleuchtung dachte er.

Doch die restriktiven Bestimmungen seine Plans (Teoriá general de la urbanización), die vor allem die Nutzungsdichte für die Industrie einschränkte, führte zu einer sehr langsamen Stadtentwicklung. Erst nachdem die Wasservorsorge gesichert war und die Nachfrage nach mehr Wohnraum anhielt, investierten zahlreiche Fabrik- und Grundbesitzer in die Bebauung. Die ständige Preissteigerung führte dazu, dass das Eixample zu einem gefragten Viertel für gutbetuchte Bürger wurde. Heute daran zu erkennen, dass Prachtstraßen wie die Passeig de Gracia und auch die Rambla Catalunya mit ihren noblen Boutiquen, Schmuckläden und Cafes Anziehungspunkte für internationale Luxusmarken wie Louis Vuitton sind.






















Neben der Oberschicht haben sich viele Künstler, Musiker, Designer und viele Gastronomien im Eixample niedergelassen. Das wird auch heutzutage “Gayxample” genannt, da viele Schwule zugezogen sind. Cerdá starb übrigens verarmt, auch weil er nie für seine Pläne entlohnt wurde. Aber es ist mitunter sein Verdienst, dass die Innenstadt so belebt ist - sein Erbe kann sich jeder Tourist ansehen.

Autor Dacio

Kommentare

Dominik hat gesagt…
Hallo, lieber Gastromacher!
Sehr interessant, der Bericht über Cerda. Mal was anderes als nur Rezepte;-)
Lieben Gruß,

Dominik

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