Die Deutschen und ihr Benehmen!


Da platzt mir doch die Wurst im Topf. Was ist denn mit den guten Manieren der Deutschen los? Jeder zweite regt sich über den schlechten Service im Einzelhandel und in der Gastronomie auf. Doch was ist denn mit dem Benehmen, welches der Kunde dem/der Verkäufer/in oder des Kellners/in rüber bringt?

Hola, Hola………. Hola, Hola Señorita, so begrüßt man sich überall in Spanien. Ob im Restaurant oder im Geschäft, ein „Hola“ oder „Adios“ wird der Kunde so wie der Kellner oder Verkäufer immer hören.

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Ich gehe öfters mit weit aufgerissen Augen durch die Stadt, besuche Geschäfte und beobachte die Kunden, wie sie das Geschäft betreten und verlassen. Es ist eine Unverschämtheit und Dreistigkeit wie selbstverständlich die Menschen ohne benehmen durch die Geschäfte hetzen, die Verkäufer/in oder Kassierer/innen keines Blickes würdigen, geschweige ein „Guten Tag“ oder „Auf wiedersehen“. Ich finde das furchtbar. Aus dem Grund kann ich mir auch oft vorstellen, dass man als unterbezahltes Personal sich schwer tut noch freundlich zu sein.

Doch ich will nicht über den Einzellhandel schreiben, sondern über das worüber ich am liebsten schreibe, die Gastronomie.

Ich gehe gerne essen, nicht immer in der gehobenen Gastronomie, sondern auch gerne mal beim Italiener nebenan oder in die Dönerbude am Markt. Egal wo, es gibt fast jedes Mal ein bis zwei Personen, die Benehmen noch nicht mal buchstabieren können.
Zum Beispiel: Letztes Wochenende gehen wir in ein nettes Lokal. Die Dame, die den Empfang regelte, war sehr freundlich, nahm uns die Mäntel ab und brachte uns zum Tisch. Kurz nach uns kommt ein Pärchen (ich hatte das Gefühl, die gealterten Barbie und Ken betrat das Lokal), so um die fünfzig, in das Lokal.

Als erstes warteten sie nicht auf die nette Servicekraft, sondern gingen zu einem Tisch, wo ein Reservierungsschild drauf stand. Dies wurde mit einer kurzen Bewegung auf den Nachbartisch gestellt. Die Garderobe warfen sie auf einen freien Stuhl und der Herr setzte sich breitbeinig hin. Die Kellnerin trat an den Tisch und machte das Pärchen darauf aufmerksam, dass der Tisch reserviert sei. Ken, der immer noch breitbeinig am Tisch hing, sagte darauf, sie solle sich aufmachen und ihm die Karte bringen und keine Reden schwingen. Sie ging, sagte der Hausdame bescheid, die dann mit einer beschwichtigenden Geste die Sache beruhigte. Doch in dieser Minute schnipste Ken laut durch das Restaurant und rief „Bedienung!“.

Das reichte wohl auch der Empfangsdame und holte den Chef, dieser ging dann zu dem Pärchen und sprach mit ruhiger Stimme, er glaube dies sei wohl nicht das richtige Lokal für sie, aber 20 Meter weiter gäbe es einen Imbiss. Er hielt der Barbie den Mantel hin bedankte sich für das Verständnis und bat beide zu gehen. Unter lautem Protest und der Drohung, dass er seine Anwälte auf in hetzen würde, verließen sie das Lokal unter Beifall der anderen Gäste.


Das war eine tolle Aktion vom dem Chef des Hauses und ich hoffe er wird weiter so hinter seinem Personal stehen.

Dies ist natürlich ein hartes Beispiel, aber so passiert es öfters als man meint. Es gibt natürlich auch nette Leute, die sich auch gut benehmen können, aber vielleicht nicht genau wissen, was man falsch machen kann oder was nicht so gut ankommt. Nun bin ich nicht der große Knigge, möchte aber trotzdem im nächsten Artikel eine kleine Auswahl von Verhaltensweisen aufschreiben, die einem gut helfen können, einen Abend ohne Blamage zu überstehen.

Mir selber passiert auch ab und zu ein Fauxpas und ärger mich über mein schlechtes Benehmen, welches ich gedankenlos an den Tag lege. Vielleicht sollte sich jeder einmal selber an die Nase fassen und überlegen, ob man nicht mit Höfflichkeit und einem netten Lächeln mehr vom Leben und seinen Mitmenschen hat.

Der Gastromacher

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Das ist ja wie aus dem Leben.

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