most of apples


Da war ich doch sehr überrascht, als ich die Flachen gefüllt mit Cider aus dem Hause „most of appels“ in der Hand hatte, denn schon die Flaschen hatten etwas Besonderes. Nicht nur die verschiedenen Formen, sondern auch die mit rotem Siegellack versehenen Korken machten es zu einem schönen Bild. Damit haben die Macher, Bernd Gerstacker & Christiane Walter schon mal bei mir einen Punkt gemacht.

Nun werden sich natürlich viele fragen, was ist denn nun besonderes an diesem Wein aus Äpfeln, den man schon lange kennt und bestimmt schon oft getrunken hat, mit einem Stück Zwiebelkuchen dazu. Doch das kann ich ganz einfach beantworten, „die Geschmacksrichtungen“.
Und das zweite Stirnrunzeln macht bestimmt die Schreibweise.
Cider ist das englische Wort für Apfelwein, der hierzulande Cidre ausgesprochen wird. Sidra sagt man im Spanischen und es gibt bestimmt noch viele andere Namen für dieses Getränk.

Zwei Anmerkung von Bernd Gerstacker

„Der Unterschied zu gängigen Apfelweinen ist nicht nur der Name, sondern auch der Alkoholgehalt der ciders. Sie liegen alle um die 13%, sind also trocken ausgebaute Dessertweine und in Sherrymenge zu trinken.“

Und noch was:

„Der most of apples ist der einzige ganz normale Apfelwein, wie man ihn hierzulande kennt, kein cider.“

Das soll aber reichen an Wissen über den Cidre, ich möchte lieber über die Geschmacksrichtungen schreiben. Und ihn kann man nicht nur zum trinken verwenden, darüber weiter unten mehr. Ich kann nicht über alle Sorten schreiben, denn ihr sollt euch ja selber ein Bild machen. Aber über ein paar ganz besondere werde ich berichten.

most of apples



Der „most of apples“ kann man so als den Cider nehmen wie man ihn kennt. Passt gut zu dem schon erwähnten Zwiebelkuchen, Pizza und ganz besonders zu Fisch. Und mit seinen 6% Alkoholgehalt kann man auch schon mal ein zweites oder drittes Fläschen aufmachen.

Dessertwein 2007 - Coffe Cider of Apples



Kaffee und Apfel, kann das zusammen passen? Ich habe schon ein wenig vorsichtig probiert, umso größer war mein verdutztes Gesicht. Ein leichter und sehr angenehmer Kaffeegeschmack aus Espressobohnen gewonnen macht echt was her. Ganz toll zu süßen Kuchen und Torten.


Holunderblüten cider of apples



Wenn man in das Glas riecht, dann hat man das Gefühl mitten im Holunderbusch zu sitzen und den Duft der Blüten zu inhalieren. Der aromatische Geschmack unterstreicht diesen Eindruck. Durch seine fruchtige und angenehme Süße und einem schönen Nachhaltigen Geschmack wird dieser Apfelwein zu einem Erlebnis. Ich habe damit eine Gemüseterrine abgeschmeckt, was dieser eine besondere Note gegeben hat.

Dessertwein 2005 most of hagebutte



Die Geruchsprobe war ähnlich wie bei der Holunderblüte, nur noch viel extremer. Ein Fruchtgeruch, der mir durch Mark und Bein ging.
Der Geschmack war jetzt nicht so meins, denn er erinnerte mich an Weine die in Holzfässern gereift sind. Das soll nicht heißen, dass er nicht gut ist. Wer in Barrique-Fässer gereifte Weine mag, der kommt hier auf seine Kosten.


Spicy cider of apples



Zitronengras, Chili-, Pfefferschoten macht aus einem Apfelwein schon fast exotisches. Die erste Geruchsprobe machte mir ein wenig Probleme, denn ich dachte ich rieche einen Schnaps. Doch die zweite Geruchsprobe war da schon viel besser, auch wenn ich nicht genau beschreiben konnte, was ich da rieche. Etwas fruchtiges, etwas, was ich kannte, aber in der Mischung nicht zuordnen konnte. Im Ganzen aber sehr angenehm. Geschmacklich war es ein fruchtiger, leckerer und harmonischer Geschmack. Ich war zuerst etwas enttäuscht, denn wo war die Schärfe die der Name prophezeite? Aber schon beim zweiten Schluck kam diese immer besser. Nicht zu scharf, aber so ein wenig prickelte es schon auf der Zunge. Ich habe diesen Cidre mit Freunden zu einer Käseplatte probiert und ich kann nur sagen, das passte 100%.

Im Großen und Ganzen war ich sehr begeistert, was man aus einem Apfelwein so alles machen kann. Und wie mir Bernd Gerstacker in einem Brief schrieb, dass einige Sorten so viel Vitamin C haben, das man es eigentlich auf Krankenschein beziehen müsste, wäre ich bestimmt öfters beim Onkel Doktor um mir ein Rezept zu holen. Ich habe noch nicht alle probiert und freue mich schon auf „most of quitte“ oder auch „garden cider of apples“
In Kürze wird es auch eine „appleslounge“ geben, auf die ich schon sehr gespannt bin.
Ich bleibe natürlich für euch dran und werde selbstverständlich hier berichten.

most of apples
Bernd Gerstacker & Christiane Walter
Nissenstraße 8
20251 Hamburg
Fon/Fax: 040/486150


Euer Gastromacher

Kommentare

Anonym hat gesagt…
hallo gastromacher,

heute zum ersten mal zufällig auf ihren blog gestossen. er ist sehr lesenswert und eine ausnahme. zum cidre sag ich nur: hicks, lecker;-)

lieben gruss,

andreas
Anonym hat gesagt…
hallo,

es lebe der cidre! ;-)

lg

thomas

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