Dienstag, 5. Juli 2011

„ZAP“ – Zur alten Post in Bonn-Plittersdorf


Ich denke mal, dass jeder die Stadt Bonn kennt. Denn immerhin war sie einmal Haupt- und Regierungsstadt der Bundesrepublik Deutschland. Und es war eine pulsierende Stadt. Tolle Geschäfte, sehr leckere und angesehene Restaurants, Bars, Kneipen, Brauerreischänken und Biergärten am Rhein und in der City selber. Eigentlich alles, was sich Einwohner und Besucher für eine so tolle Stadt am Rhein wünscht. Nun kam aber die Wende und der Umzug der Politiker und der Hauptstadt nach Berlin. Viel, nein, sehr viel hat sich geändert. Gaststätten gingen reihenweise pleite oder gingen mit nach Berlin. Schöne Geschäfte verschwanden oder machten Platz für 1€ Shops.

Na ja, da könnte ich jetzt eine ganze Seite drüber schreiben, aber das will ich nicht. Denn ich möchte euch von den noch übrig gebliebenen Gaststätten erzählen, die es verdient haben, dass ich drüber schreibe. 


Dazu gehört „Die alte Post“, kurz „ZAP“, in dem sehr schönen Stadtteil Plittersdorf. Nur ein paar Meter vom Villenviertel, vom Rhein und einigen leerstehenden Botschaften entfernt, sollte man dort einmal einkehren. Mein erster Eindruck war von außen, oh ja, ein schönes uriges Lokal, da muss ich rein und ein lecker Bier trinken.

Die Begrüßungworte des Wirtes Wulf Hartmann sind mir aus der Gegend bekannt. „Tach auch, wie kann ich sie glücklich machen“. Ich bestellte ein Pils, setzte mich an die Theke und noch bevor ich das Bier vor mir hatte war schon eine Unterhaltung zwischen uns im Gange. Und genau das macht mir Spaß, nicht immer nur im feinen Zwirn essen gehen, sondern echte und originale Menschen, Wirte und Küchen zu erleben.

Ich machte mir natürlich ein Bild von der Gaststätte. Einen Nichtraucherraum, eine Kegelbahn, das eigentliche Restaurant mit Thekenbereich, eine echt nette Terrasse unter alten Bäumen und als Highlight einen modern und gemütlich ausgestatteten Gesellschaftsraum. Das gefiel mir schon mal sehr gut. Doch wer mich kennt, der weiß, mein erster Weg geht auf das WC, denn ich bin immer noch der Meinung, wenn diese sauber ist und gut riecht, dann kann der Rest nicht so schlecht sein. Und ich wurde nicht enttäuscht.


Und auch die Küche, die man ohne Probleme einsehen kann, denn die Tür seht immer auf, ist sauber und gut organisiert (das sehe ich auf einen Blick). Aber es kocht natürlich auch ein alter Hase dort. Herbert Mahn weiß, wie das Geschäft geht und was die Gäste gerne auf dem Teller haben möchten.


Auch der Rest des Personals ist sehr nett und immer um den Gast bemüht. Das Publikum ist sehr gemischt. Vom Banker bis zum Gärtner oder dem Fischeinkäufer, der dem Staatsbeamten (einige sind ja noch da) erklärt, was im Moment der beste Fisch ist. Oder die Managerin von einem Unternehmen, die auf die schnelle ihr Abendessen einnimmt, um dann wieder im Büro zu verschwinden, findet man hier alle Branchen und Menschen.

Und genau so stelle ich mir eine Rheinische Gaststätte vor, die Theke ist voll mit Menschen die gerne ein Bierchen oder einen Wein trinken möchten, um dabei die neuesten Nachrichten zu diskutieren. Oder wenn das dritte oder zehnte Bier schon getrunken wurde, auch mal ein paar Witze durch den Raum erzählen, das auch Fremde gerne zum lachen eingeladen sind.

 
Ich habe mich auf jedem Fall sehr wohl dort gefühlt und werde ganz sicher nicht das letzte mal dort gewesen sein. Oh je, oh je, das ich es nicht vergesse, die Getränke sind wunderbar gekühlt und frisch, genau so wie das Essen, welches zum größten Teil aus einheimischer Küche besteht und durch Aktionswochen oder Tage noch erweitert wird. Ab und zu gibt es auch Mottopartys, wo in fast schon familiärem Rahmen bis in den Morgen gefeiert wird.

So, nun macht euch selber ein Bild wenn ihr in der Gegend seid. 

ZAP Zur alten Post

Plittersdorfer Str. 191
53173 Bonn
Telefon: 0228 / 35 52 55
Telefax: 0228 / 35 52 55

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag von
16.30 Uhr bis 1.00 Uhr
Ruhetag: Dienstag


arsen999@aol.com
www.gaffel.de/zur-alten-post

Und wie immer freue ich mich auf Kommentare oder Meinungen von euch über die Lokale, die ich beschreibe.

Bis bald euer „Gastromacher“

Rico