Würzen im Alter




Foto:Gerd Altmann/AllSilhouettes.com/pixelio.de


Ein kulinarisches „Hallo“ an meine älteren Leser und an die Familien, Köchinnen und Köche, die für diese kochen!
Seitdem meine Tante vor zig Jahren einmal umgekippt ist, weil ihr Arzt ihr gesagt hatte, sie solle auf Salz, zuviel Gewürze und alles was sonst noch so Spaß macht, verzichten, weil ihre Werte so schlimm seien, habe ich viel über die Ernährung von älteren Mitbürgern gelesen. Ich habe mich auch ausführlich damit beschäftigt.
Wer es noch nicht weiß, im Alter nehmen die Geschmacksnerven immer mehr ab und dadurch schmeckt natürlich alles fader und langweiliger. Das heißt ganz einfach, wie Johann Lafer gern ausdrückt: „ ich sage nur eines würzen“. Ich habe einige Senioren-Residenzen besucht und immer wieder feststellen müssen, dass gerade dort sogar für unsere Geschmäcker kein Reiz rüber kommt. Was schmecken da wohl die Menschen, die dafür auch noch eine Menge Geld zahlen.
Aber auch im privaten Bereich bekomme ich immer wieder mit, das gutgemeintes Nichtwürzen besser sei für die Oma. Dabei kann ein deftiger Eintopf oder Auflauf, der Nachtisch oder die Suppe für zwischendurch echt lecker sein! Und das würzen hat ja nicht nur mit Salz oder Pfeffer zu tun, sondern mit ganz vielen anderen Möglichkeiten, Essen schmackhaft zu machen. Kräuter, Kräftige Fonds, Gewürze, Sojasauce und noch vieles mehr…
Nun bitte aber nicht voreilig jedes Essen vom Opa mit tausenden Würzungen so stark abschmecken, dass er davon Sodbrennen bekommt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus Bonn sagt, erwachsene Menschen haben zwischen 4000 bis 6000 Geschmackszellen und Senioren etwa 2000 bis 3000. Das muss natürlich nicht für jeden stimmen. Meine Oma hat sogar bis ins hohe Alter gekocht und gut abgeschmeckt.
Wenn ihr aber unsicher seid, warum der Familienangehörige plötzlich weniger schmeckt, dann den Hausarzt aufsuchen, denn es kann auch an Medikamenten oder an einer Krankheit liegen.
Im den meisten Fällen liegt es aber auf jedem Fall an den langweiligen und auch unschön servierten Speisen. Wir selber sagen doch oft genug, „das Auge isst mit“. Und auch der Geruch ist ja noch da. Also eine Bitte an die Küchenchefs der Seniorenheime, macht es den Älteren doch ein wenig netter und bekocht sie mit ein wenig mehr Leidenschaft. Auch wenn das Budget meistens mager ist, bekommt man etwas Leckeres auf den Tisch. Auch mit Caterern kann man sprechen…
Und ich finde es ist gar nicht so schwer, ob man privat oder als Profi-Küche die Senioren versorgt. Kauft kräftige Wurst, würzigen Käse und ihr werdet glückliche Gesichter sehen. Und schneidet stark schmeckende Früchte und Gemüse klein zum knabbern zwischendurch. Das ist gesund und hält fit. Oft wird zu viel Süßes gegessen, weil es wohl die Geschmacksknospen mehr reizt.
Ich würde mich freuen, wenn ihr das hinbekommt und so glückliche Familienmitglieder oder Senioren in Einrichtungen besuchen könnt.
Und wer nicht genau weiß, wie er es machen soll, viele Krankenkasse haben einen Ernährungsberater oder nennen euch einen in eurer Nähe. 

Vielen Dank euer Gastromacher

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